Angel Krastev
Man braucht nicht immer professionelle Akteure, um Theater zu machen. Auf einer Bühne stehen, ein Hörspiel erstellen oder an einer Stückentwicklung arbeiten, können auch Kindern, Jugendlichen oder Senioren. Alles, was man braucht ist vielleicht ein bisschen Mut. Ich bin mir nicht sicher, ob man das Ganze hier Regie, Theaterpädagogik oder Theatervermittlung nennen soll. Es ist wahrscheinlich auch nicht so wichtig, wenn es Spaß macht und wenn es sich jedes mal wie eine richtige Theater-Herausforderung anfühlt. Während dieser Arbeiten versuchen alle Beteiligten und ich das Theater zu verstehen, zu entdecken, was dieses Medium eigentlich ausmacht und was wir tun können, um neugierig, glaubhaft und aufgeweckt bei der Arbeit zu bleiben. Denn das ist nicht immer so einfach. Und doch wenn es gelingt, müssen wir immer wieder staunen, was für Spiel- und Textfragmente entstehen. Aus Datenschutz-Gründen kann ich nicht viel Material hochladen, aber vielleicht kann man sich anhand von den wenigen Fotos und Textausschnitten weiter unten ein Bild von von unserer Arbeit erträumen.
Liebe Grüße
Angel

Juli 2026
Wie mit Schwebezuständen und dem Gewühl von Schwerlosigkeit umgehen? Eine Arbeit über die persönlichen Helden und den (Alb)Traum vom Fliegen. Inspiriert von Kirsten Boje, Blixa Bargeld und David Bowie
"Hoch über den Wolken. Ein paar Astronauten. Schwerste Arbeit. Spezielle Kleidung. Spezielles Schuhwerk. Ein paar saftige Orangen. Komm! Am Tisch presst der Kellner den Saft aus einer Orange mit der Geste eines Schwerkraftlosen. Der nächste Schritt ist unmöglich, muss aber sein! Komm! Einer der Astronauten liegt im Schlamm. Das Gesicht nach unten. Richtet ihn auf! Der Kellner presst die frische Orange zwischen seinen Händen zusammen. Jetzt flieg! Heb ab!"

April 2026/Eine Zusammenarbeit mit der Fechenheimer Philharmonie und Valerie von Klass
"In welchem Klima wollen wir leben !? Kommen Sie und sprechen Sie mit uns. Sprechen Sie zu uns so, wie wir zu euch sprechen. Wir wollen uns miteinander vertraut machen. Kommen Sie. Aber bitte langsam. Sehr langsam. Setzen Sie sich erst einmal ein wenig abseits von unserer Welt. Wir werden Sie so verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen und Sie werden nichts sagen. Und dann dürft ihr ein bisschen näherkommen. Bewegen Sie sich nun in ihrem eigenen Tempo. Seien Sie geduldig: mit uns, mit der Welt, mit Ihnen selbst. Kommen Sie langsam ans Mikro. Sagen Sie etwas und lauscht unsere Antworten. Ihr habt eine Minute Zeit, um mit uns zu sprechen. Die Zeit läuft…. Ab jetzt…"

Juni 2025 / Eine Zusammenarbeit mit der Philharmonie Fechenheim und Valerie von Klass
Was haben eine unsichtbare Gurke und ein Pferd namens Jenny gemeinsam? Allen beiden kann man in Fechenheim begegnen und bewundern. Zumindest so wird von einigen der Kinder, die in diesem Stadtteil Frankfurts wohnen, behauptet. Mit Hilfe einer magischen Muschel, einer nicht wirklich goldenen Kette und dem Hund Chinga machen sie sich auf der Suche nach der unsichtbaren Gurke und entdecken dabei den Ort, an dem sie leben, für sich neu.
„Fechenheimer Porträts“ ist vom Deutschen Kinderhilfswerk als Förderprojekt des Monats März 2025 ausgezeichnet worden! Zum Artikel und der Begründung der Jury geht es hier entlang

September 2025
"Was ist hier los?! Kannst du nicht schlafen? Soll ich dir was vorlesen? Dann trocknen die Tränen vielleicht schneller und du wirst bald alles vergessen. So! Und jetzt stell dir mal vor! Du bist zu Hause. Dein Zimmer ist bereit und das Bett ist aufgeschüttelt. Im Herd knistert ein Feuer, in den Fenstern brennen Kerzen und auf einer Matte liegt ein alter, struppiger Hund und schläft. Du legst dich ins Bett und schließt die Augen. Du fühlst dich so müde, wie man es wird, wenn man weiß, dass man zu Hause ist und sicher und geborgen schlafen kann. Dein Kissen ist weiß, dein Traum wird süß und du wirst leicht wie der Wind." Eine Arbeit über den Schlaf als innerer Rückzugsort und Schutzraum.

September 2024
Als sich eine Räuberbande dazu entschieden hat, das Museum für moderne Kunst auszurauben, wussten alle, dass dies keine einfache Aufgabe sein wird. "So was ist noch nie gemacht worden! In dem Museum sind Kameras, Schleusen, Panzertüren, Aufpasser. Es erfordert Planung, Geschick und ein gutes Team. Sind wir ein gutes Team!? Natürlich sind wir ein gutes Team! Ein sehr gutes Team! Das beste Team der Welt!" Werden die Räuber durchkommen und zu den Exponaten gelangen, ohne erwischt zu werden? Können sie das Museum verlassen, bevor die Polizei vor Ort und Stelle ist?